Nein. Die Epistel ist zwar lang aber trotzdem falsch.
Du zietierst wörtlich einen Satz des ADAC. Der ADAC ist aber nur eine redaktionelle Quelle und formuliert öfter mal Aussagen die irreführend und nicht rechtssicher sind.
Die wichtigste, weil juristische Quelle, ebenfalls weiter oben verlinkt, hast Du unterschlagen, das ist Bussgeldkatalog.org. Hier steht klipp und klar drin dass im Falle KIA die 93T montiert werden darf. Und zwar ohne Auflagen und Sprüche wie "wenn sonst alles stimmt". Ebenso wird der Geschwindigkeitsindex abgehandelt. Genauen Link siehe oben (Holschuld)
MEINE EMPFEHLUNG: 93T montieren und sonst nichts tun.
Danke für Deine Empfehlung.
Ich möchte hier ein paar Punkte klarstellen:
Der ADAC verweist nicht auf eigene Meinung, sondern auf EU‑Recht. In dem von mir zitierten PDF wird die UNECE‑Regelung R 142, Punkt 5.2.2.1.1, wörtlich wiedergegeben: Demnach darf der Last‑Index niedriger sein, wenn er „mindestens die Hälfte der maximal zulässigen Achslast“ trägt. Diese Regelung stammt aus der EU‑Verordnung 458/2011 und ist verbindlich – der ADAC fasst sie nur zusammen.
Bussgeldkatalog.org ist keine „juristische Quelle“, sondern ein Ratgeberportal. Der Artikel, auf den du verweist, erklärt die allgemeinen Regeln zu Geschwindigkeits‑ und Tragfähigkeitsindex und nennt dieselbe halbe‑Achslast‑Formel. Er weist aber ausdrücklich darauf hin, dass bei Unterschreitung der in den Fahrzeugpapieren angegebenen Werte die Betriebserlaubnis erlischt, das Fahrzeug stillgelegt und ein Sachverständiger eingeschaltet wird. Von einer speziellen Freigabe für Kia ist dort keine Rede.
Hersteller‑ und TÜV‑Freigaben bleiben notwendig. Dass ein Gesetz die Verwendung niedrigerer Lastindizes grundsätzlich erlaubt, bedeutet nicht, dass jede beliebige Kombination auf jedem Fahrzeug ohne Abnahme zulässig ist. Wenn die Kombination nicht im CoC steht, braucht man eine Herstellerbescheinigung (wie das aktuelle Kia‑Schreiben) und muss damit zum TÜV, damit die Änderung abgenommen wird. Andernfalls riskiert man genau das, was Bussgeldkatalog.org beschreibt: Stilllegung des Fahrzeugs und Verlust des Versicherungsschutzes.
93T‑Kompletträder von Kia nutzen andere Felgen. Kia vertreibt zwar Winterräder in 215/50 R19 93 T, aber diese kommen z.B. mit der Zubehörfelge „Musan Black“ und werden als Komplettsatz mit ABE verkauft – es sind nicht die serienmäßigen 19‑Zoll‑Felgen. Diese ABE lässt sich nicht auf die Serienfelge übertragen.
Mein Fazit: Wer 93T fahren will, kann das technisch tun, wenn der Reifen die halbe Achslast abdeckt (was beim EV3 sicherlich der Fall ist). Trotzdem sollte man die Herstellerfreigabe mitnehmen und eine Änderungsabnahme durchführen lassen, um auf der sicheren Seite zu sein.
Einfach montieren und auf eine pauschale „juristische Quelle“ aus dem Internet verweisen, ist aus meiner Sicht riskant.