Beiträge von e-crissel

    Eine Strecke hin- und zurück zu den Kindern/Enkelkindern sind 150 km. Im Sommer haben wir 16%, bei den aktuellen Temperaturen 26%, die vom Füllstand abgehen. Macht nach meiner "hochwissenschaftlichen" Berechnungsmethode also im Idealfall (Hin-und Rückfahrt im Hellen, BAB 130km/h, bei rund 20°C und "nur" Klima) rund 12,8kw, und im Winterbetrieb (Max 120 km/h! Hinfahrt mit Klima, Sitzheizung - Rückfahrt mit Licht, Klima, Sitz- und Lenkradheizung) rund 21kw, die vom Füllstand der Batterie benötigt werden. Ergebnis für mich: Mit 80% kommen wir locker hin und zurück. Der Füllstand der Batterie liegt dann bei Ankunft zu Hause immer zwischen 20 und 25%.

    Entschuldige bitte, aber ich habe Deine Berechnungen/Erläuterungen nicht ganz verstanden.

    Du fährst eine Strecke von 150km (vermutlich Autobahn?) und hast im Sommer 16% und im Winter 26% des Akkus Verbraucht. Richtig? Das wären aber richtig krasse Verbräuche?!


    Jetzt machst du einen Sprung zum Autobahntempo von 130km/h im Sommer und 120km/h im Winter. Und sprichst von 12,8kWh und 21kWh Verbrauch. Auf 100km oder auf die 150km Distanz?

    Wenn 21kWh der Verbrauch auf 100km wäre, wären das 26,9% vom Gesamtakku (78kWh Netto). Entspricht bei 150km gefahrener Strecke einem Verbrauch von 40,35%. Bedeutet mit 80% gestartet und mit 39,65% angekommen.

    Oder wie hast du das gemeint? Oder habe ich da was völlig falsches gerechnet?

    Könnest du mir bitte das nochmal näher erklären. Ich würde es gerne verstehen.

    Wenn sich jemand für den EV3 oder für ein anderes BEV interessiert, sollte er sich im Vorfeld einige Gedanken zur Nutzung machen und sich vom Verbrennerdenken verabschieden.

    1. Wann brauche ich welche Reichweite (am Stück) und wie oft? Dementsprechend ergibt sich daraus die Bauform/Verbrauch (SUV oder Limousinen) und die Akkugröße

    2. Wo kann ich im Alltag laden und zu welchem Preis?

    Zu Hause laden ist praktisch und günstig. Öffentliches Laden ist teuer und unpraktisch (aber dafür kann das BEV nichts)

    3. Was kostest mich das BEV in der Anschaffung und im kompletten Unterhalt.

    4. Generell sollte ich mich mit der Technik und den daraus resultierenden Veränderung auseinandersetzen. Stichworte sind: Verbrauch Sommer-Winter oder Stadtverkehr-Autobahn, Laden etc.


    Ein BEV zu fahren bedeutet Veränderung. Zumindest mit dem Stand der heutigen Batterietechnik.

    Und ich bin der Meinung, dass ich die 389km am Stück mit dem EV3 auch im Winter schaffen kann, wenn ich bereit bin die Geschwindigkeit anzupassen. Zur Not auch mal auf Tempo 100km/h oder 110km/h. Oder ich muss halt Zwischenladen.

    Wer das nicht möchte oder kann, für den ist der EV3 nichts.

    Ich habe geschrieben es fühlt sich für mich an wie Betrug und das empfinde ich eben so, denn ich hätte das Auto nie genommen, wenn ich gewusst hätte, dass da im Winter bei 100% Ladung weniger als 300km Reichweite stehen.

    Nochmal zur Anzeige der Reichweite. Diese errechnet sich durch den Verbrauch auf den letzten gefahrenen Kilometern.

    Extrembeispiel: Fahre ich den Großglockner hoch und bin oben angekommen, steht dort eine katastrophale Restreichweite.

    Oder anderes Beispiel, meine Frau ist gestern bei leichten Minusgraden zweimal eine Strecke von jeweils 100km (überwiegend Autobahn) gefahren und hat 39% der Akkuladung verbraucht. Jetzt stehen im Schätzeisen noch 320 km Reichweite beim SOC von 55%.

    Wenn ich jetzt diese Strecke fahre, ändert sich diese Anzeige ganz schnell, da ich nicht, wie meine Frau, Tempo 100 auf der Autobahn fahre.

    Es ist halt alles individuell. Wenn du in deinem Alltag die 300km nicht schaffst, ist das sicher ärgerlich, vor allem wenn du etwas anderes erwartest hast. Deine Angaben sind sicherlich hier für andere User nützlich, die einen ähnlichen Anwendungsfall haben.

    Es ist gut, dass wir hier alles zusammentragen, damit es jeder für seinen Anwendungsfall einordnen kann.

    Hier nimmt niemand eine Verteidigungshaltung ein. Und wie du sagtest, berichtet jeder von seinen Erfahrungen und seinen Alltagsbedingungen. Und diese sind natürlich nicht 1:1 auf die Anwendungsbedingungen anderer anwendbar. Jeder muss halt für sich schauen, was er braucht und was er bekommt.

    Mir ging es um die Aussage Betrug im Kontext zum WLTP. Daher auch der Vergleich zum Verbrenner im Stadtverkehr. Und 9-11 Liter Verbrauch auf 100 km sind je nach Fahrzeug, Wetterbedingung und vor allem Topographie sehr wohl möglich. Im Bergischen Land oder in der Eifel geht es immer nur bergauf und bergab. Da sind solche Verbräuche möglich.

    Auch dieses Extrembeispiel sollte verdeutlichen, dass das nichts mit dem WLTP Angaben zu tun hat, genau so wenig, wie der Autobahnverbrauch eines BEV im Winter.

    Wie gesagt, ich empfinde die Wortwahl Betrug hier als nicht angemessen.

    Hier informieren sich bestimmt einige elektrische Neueinsteiger und die sollten den Zusammenhang von WLTP und elektrische Reichweite richtig einordnen können.

    Der WLTP ist wie gesagt ein Testzyklus unter Idealbedingungen auf dem Rollenprüfstand für 30 Minuten auf 23km.

    Und dieser Test dient nur dem Vergleich der Fahrzeuge untereinander.

    Diese Verbräuche können nicht 1:1 auf alle Alltagssituationen angewendet werden, wie dein und mein Beispiel zeigt.

    In meinen Augen ganz klar ja und a) wird es das so nicht geben, besonders beim Diesel nicht und b) wohne ich nicht im Bergischen Land sondern in der Münchner Schotterebene und es ist dort topfeben.

    Was wird es bei a) mit dem Diesel so nicht geben?

    Und b), ja DU wohnst in der Ebene, aber nicht alle. Und du berichtest von deinen Alltagserfahrungen.

    Ich z.B. wohne auch in der Ebene. Und alle meine Verbrenner hatten im Stadtverkehr deutlich mehr verbraucht.

    Und du sprichst von DEINEM Alltag. Wenn du jetzt eine Autobahnfahrt im Winter als deinen Alltag bezeichnest, hat dies nichts mit den Testbedingungen des WLTP zu tun, die auf einem Rollenprüfstand stattfinden und einen Mix aus Stadt, Land und Autobahn simulieren. Und das bei 23°C (Zusatztest bei 14°C).


    Hier mal meine Alltagswerte von meinem EV3.

    - seit Mai 14575km

    - davon mindesten 6000 Autobahnkilometer

    - Ladeverhältnis 75% AC und 25% DC

    - Verbrauch inklusive Ladeverluste 18,36kWh/100km

    - Stromkosten 916,25€

    - macht 6,11€ auf 100km

    Das ist mein Alltag und damit bin ich voll zufrieden.

    Und nebenbei, um dem Thema des Threads gerecht zu werden, plane ich im Winter bei vollem Akku auf der Autobahn mit etwa 350-400km Reichweite (abhängig von den typischen Faktoren). Ist natürlich nur ein Schätzwert.

    Die Reichweitenanzeige im Auto ist aber auch nur ein Schätzwert. Wird nicht ohne Grund allgemein nur als GOM (guess-o-Meter) bezeichnet.

    Damit werde ich einfach nicht glücklich und für den Alltag und es ist einfach so dermaßen weit von der WLTP Reichweite entfernt, da fühlt es sich für mich persönlich schon wie Betrug an.

    ….

    Betrug? Für mich ist das einfache Physik.

    Wenn ein Diesel mit einem (WLTP) Verbrauch von 6 Liter pro 100km angegeben ist und dieser im reinen Stadtverkehr im bergischen Land sich im Winter um die 9-11 Liter auf 100 km gönnt, ist das dann auch Betrug?

    Ich kann verstehen, dass es frustrierend ist mit einem BEV im Winter auf der Autobahn eine deutlich reduzierte Reichweite zu haben, aber das habe ich eben mit einem Verbrenner im reinen Stadtverkehr auch.

    Wie gesagt, für mich ist das einfache Physik.

    Ich würde da niemals von Betrug sprechen.

    Wenn man wirklich die Bremse nutzt, wird dann trotzdem erstmal die Rekuperation zum "bremsen" benutzt und erst kurz vor Stillstand die Bremsanlage?


    Ich versuche das Thema Rekuperation/Bremsen zu verstehen :)

    Genau so ist es. Außer du steigst ordentlich in die Eisen, dann werden auch die Bremsen benutzt.

    Deshalb besser zum Freischleifen der Scheiben den Modus Bremsscheiben reinigen benutzen. Dabei aber Reku auf 0 stellen, sonst rekuperiert der Wagen trotzdem.