Grenzerfahrung bei -8 Grad – Ladeplanung & Pannenhilfe-Probleme

  • Hallo zusammen, ich möchte meine (unschöne) Erfahrung vom 31.12. auf der Strecke von Udine Richtung Österreich teilen. Vielleicht hilft es dem einen oder anderen, nicht in die gleiche Falle zu tappen.

    • Das Problem: Losgefahren in Udine mit 30 %. Die Kia-Ladeplanung schickte mich bei 12 % zu einer "ELECTRIP"-Station. Dort ging nichts: Kia-Ladekarte/RFID abgelehnt, keine Visa-Direktzahlung, App akzeptierte ebenfalls keine Visa. Auch der Tesla-Charger gegenüber funktionierte nicht.
    • Der Krimi: Mit nur 28 km Restreichweite ging es weiter zum nächsten HPC (ca. 36 km entfernt). Bei -8 Grad Außentemperatur bin ich max. 60 km/h gefahren. Nach 28 km kam der Schildkröten-Modus, Assistenten schalteten ab, die Geschwindigkeit sank weiter. 400 Meter vor der rettenden Abfahrt blieben wir auf dem Pannenstreifen liegen.
    • Die Rettung: Nach 5 Minuten Wartezeit ließ sich der EV3 noch einmal starten und wir haben es die letzten Meter zur Säule geschafft.
    • Das Learning zur Pannenhilfe: Die Kia-Pannenhilfe war aus Italien nicht erreichbar. Die App-SOS-Funktion scheiterte an einer fehlerhaften Ländervorwahl (IT statt AT). Kia hat mir heute bestätigt: Man muss die Vorwahl manuell anpassen – was man in Panik mit Frau und Kind im Auto natürlich nicht auf dem Schirm hat. Wartezeit wären zudem über 2 Stunden gewesen.

    Im Sommer kann ich mir gut vorstellen, würde der EV3 bei 0% Akku sicher noch gute 30-50km weit fahren bevor er tatsächlich stehen bleibt.


    In diesem Sinne, gesundes neues Jahr!

  • Grimmig....

    Das "Notstarten" geht glaube ich 3x, dann ist endgültig Schluß.

    Statt APP-SOS gäbe es da noch eine Knopf in der Mitte oben bei den Innenraumleuchten. Da würde ich hoffen, daß die Vorwahl immer stimmt.

  • An diesen Knopf haben wir in dem Moment überhaupt gar nicht gedacht. Der Operator von Kia hatte auch darauf aufmerksam gemacht, man soll auch nie scheu haben diesen zu benutzen. Aber wie gesagt, man ist in solchen Momenten manchmal etwas überfordert und denkt an so einfache Sachen nicht.

  • Gab es dort keine Typ 2 Lader in der Nähe? Würde in solchen Situationen empfehlen, erstmal die nächste "langsame" Ladestation anzufahren und dort genug zu Laden dass man dann die nächste HPC noch gut erreicht.

    So hab ich mich auch einmal vor dem Abschleppen gerettet.


    Es ist natürlich auch immer mit Stress verbunden, wenn noch andere Personen im Auto anwesend sind, welche dann ggf. ihren Angstäußerungen freien Lauf lassen, da noch einen kühlen Kopf zu behalten und überlegt und rational zu handeln ist oft nicht einfach.


    Ich wollte mit meinem e-Niro eine längere Strecke ohne günstige DC-Lademöglichkeit bewältigen, dazu wollte ich meinen Akku nochmal komplett voll machen. Bei zwei Ladestationen hat das Laden nicht funktioniert und ich habe dann die Station gewechselt (mit noch ca 55% im Akku), nachdem das Auto nicht zu laden begann, egal wieviele Versuche ich auch unternommen hatte, ich dachte immer die Ladestationen wären defekt. Bei der dritten Station ist mir dann aufgefallen, dass ich als DC-Ladegrenze bei 50% eingestellt hatte und dies die Ursache für das nichtladen war. Irgendwie dachte ich immer an andere Ursachen und die Äüßerungen meiner besseren Hälfte zur Problemlösung hatten mich dann komplett verwirrt und nahezu eine Stunde gekostet.


    Zumindest musstest du nicht abgeschleppt werden.


    Gruß Reinhard

    Aktuelles BEV EV3 GT-Line mit Glasdach und AHK (Nachrüstung beim Händler), EZ 08/2025